Der Handschuh

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Der Handschuh (The Glove) is a ballad by Friedrich Schiller, written in 1797, the year of his friendly ballad competition ("Balladenjahr", "Year of the Ballads") with Goethe.

History[edit]

The ballad is based on a true story, which Schiller found in a volume Essais historiques sur Paris de Monsieur de Saint-Foix (1797). It took place at the court of Francis I of France.

Synopsis[edit]

Alongside other members of his court, King Francis I watches a fight between wild animals. A lion is sent out into the arena first, but it just yawns and lies down. The king then orders a tiger to be released, but after a few moments of excitement it just walks around the lion before also lying down. Next, the king commands two leopards be brought out. These attack the tiger, the lion roars and stands up, but then they all lie down, hot after their murderous exertions.

At this point Fräulein[N 1] Kunigund loses her glove: it falls from the balcony into the midst of the animals. She asks the knight Delorges to retrieve the glove as a proof of his proclaimed love. He accepts the challenge, enters the circle, and recovers the glove without being harmed. The court is impressed by his bravery and Kunigunde looks at him with a promise in her eyes, but Delorges throws the glove in her face and says that he has no interest in her gratitude.

Text[edit]

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.

Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
Schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif,
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend,
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder;
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
Richtet sich auf – da wird's still;
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern sich die greulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottender Weis',
Wendet sich Fräulein Kunigund:
"Herr Ritter, ist Eure Lieb' so heiß,
Wie Ihr mir's schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf."

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbarn Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen's die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
"Den Dank, Dame, begehr ich nicht!"
Und verlässt sie zur selben Stunde.

Musical settings[edit]

Robert Schumann set this poem to music in his 1850 song, Op. 87. In 2005, on the occasion of the 200th anniversary of Schiller's death, Graham Waterhouse composed Der Handschuh for cello and speaking voice.

Notes[edit]

  1. ^ Fräulein, an unmarried noblewoman

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